„Das Internationale Erbrecht de lege lata und de lege ferenda in deutsch-türkischen Sachverhalten“

Verstirbt auf deutschem Territorium ein türkischer Staatsangehöriger, so bedarf es der Ermittlung des anwendbaren Erbrechtes. Laut Artikel 3 Nr. 2 EGBGB genießen insofern bereits bestehende völkerrechtliche Vereinbarungen Vorrang vor dem allgemeinen deutschen Internationalen Erberecht. In einem deutsch-türkischen Sachverhalt greift mithin vorrangig zunächst der am 28.05.1929 zwischen beiden Staaten geschlossene Staatsvertrag ein. Nach dessen Grundregel findet auf den Erbfall eines in Deutschland verstorbenen türkischen Staatsangehörigen türkisches Erbrecht Anwendung. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten Sachnormverweis. Demzufolge wird unmittelbar türkisches Erbrecht herangezogen. Mithin scheidet eine Rückverweisung ins deutsche Erbrecht ebenso aus wie eine Weiterverweisung in dasjenige eines dritten Staates.

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